Allgemeines

Allgemeines

Frage 1

Zuckerverzehr: Eigene Verantwortung?

Antwort

Es gibt eine gemeinsame Verantwortung, die beim Konsumenten, aber auch bei der Industrie, der Regierung und den Beratern liegt.

Suiker Unie und das Kompetenzzentrum Suiker & Voeding (Zucker & Nahrung) sind der Meinung, dass übermäßiger Verzehr unerwünscht ist. Das gilt für alle Nahrungsmittel, also auch für Zucker. Dabei passt Zucker sehr wohl in eine ausgewogene Ernährung. Wichtig ist, Übergewicht und Adipositas innerhalb der Bevölkerung einzudämmen, wobei alle Kalorien mitzählen, also auch die von Zucker. In Geschäften ist ein vielfältiges Angebot an verschiedenen Produkten erhältlich, auch Produkte mit wenig oder so gut wie keinen Kalorien. Der Verbraucher entscheidet selbst, sollte aber über die richtigen Informationen verfügen. Die entsprechenden Informationen auf der Verpackung über Nährwerte, einschließlich der Menge an Zucker und Kalorien ist dabei hilfreich.

Frage 2

Wird man von zuckerhaltigen Erfrischungsgetränken dick?

Antwort

Der Zucker in Erfrischungsgetränken ist kein ausgewiesener Dickmacher. Man wird zu schwer, wenn mehr gegessen wird, als beim Bewegen verbraucht wird.

Der Unterschied zwischen zuckerhaltigen Getränken und festen Nahrungsmitteln ist, dass Getränke mit Zucker weniger zu sättigen scheinen als feste Nahrungsmittel (das Gefühl, „etwas im Magen zu haben“). Ein Glas Orangensaft trinkt man schnell aus, während man beim Pellen und Verzehren von drei Orangen doch eine ganze Zeit beschäftigt ist. Aus diesem Grund kann man in kurzer Zeit viel Energie aufnehmen. Seien Sie also beim Verzehr zuckerhaltiger Erfrischungsgetränke zurückhaltend.

Frage 3

Welche Funktionen erfüllt Zucker?

Antwort

Zucker ist ein Süßungsmittel, Geschmacksstoff und -verstärker, Konservierungsmittel, verleiht Festigkeit und Struktur, Farbe und Volumen an Produkte.

Zucker ist ein Süßungsmittel in z.B. Kaffee und Tee, aber auch in Schokolade, Gebäck, Süßigkeiten und Desserts.

Zucker eignet sich als Geschmacksstoff und -verstärker um z.B. den Geschmack von sauren (z.B. Johannisbeeren) und bitteren Produkten (z.B. Schokolade) zu akzentuieren und zu verbessern.

Zucker wird als Konservierungsmittel in z.B. Marmelade und kandierten Früchten verwendet. Bakterien können bei einer Zuckerkonzentration oberhalb von 60% nicht überleben.

Zucker verleiht vielen Produkten Festigkeit und Struktur, z.B. in Kuchen und Eis. Zucker sorgt für eine krokante Eigenschaft in Plätzchen. Außerdem verringert Zucker den Gefrierpunkt von Eis und sorgt für die Geschmeidigkeit.

Zucker kann durch Erhitzen Geruch und Farbe in Nahrungsmitteln bewirken. Die Eigenschaften der Braunfärbung und des charakteristischen Geschmacks werden z.B. beim Glasieren von Petit Fours und bei Karamellcreme genutzt.

In Torten sorgt Zucker nicht nur für den süßen Geschmack, sondern auch für das Volumen.

Frage 4

Ist natürlich enthaltener Zucker gesünder als Kristallzucker?

Antwort

Von Natur aus enthaltener Zucker ist nicht (un-)gesünder als Kristallzucker.

Von Natur aus vorkommender Zucker, worunter Kristallzucker (Saccharose), ist ganz natürlich zum Beispiel in Früchten, Fruchtsäften Honig und Milch enthalten. Kristallzucker kommt in großen Mengen in Zuckerrüben und Zuckerrohr vor. In der Zuckerfabrik wird der Zucker aus der Rübe und dem Rohr gewonnen. Unser Körper macht keinen Unterschied zwischen von Natur aus enthaltenem und zugefügtem Zucker. Beide liefern 4 kcal pro Gramm Zucker, beide werden auf die gleiche Art und Weise im Körper abgebaut und beide passen in eine ausgewogene Ernährung, wenn sie in Maßen konsumiert werden. Übermäßiger Konsum, (und damit viele Kalorien) sollten vermieden werden, was aber für alle Lebensmittel gilt.

infographic-de

Quelle: Nederlands Voedingsstoffenbestand (NEVO 13.03.2014) und Danish Food Composition Database* (DFCD 13.03.2014)

Frage 5

Wann darf ein Produkt „light” genannt werden?

Antwort

Ein Produkt darf sich „light“ nennen, wenn es mindestens 30% weniger Kalorien, 30% weniger Fett oder 30% weniger Zucker enthält als ein vergleichbares Produkt.

Ein Light-Erfrischungsgetränk enthält nur wenige Kalorien, weil ein Teil des Zuckers durch künstliche Süßstoffe ersetzt wurde. Aber nicht alle Light-Produkte enthalten weniger Kalorien. So wird der Zucker in Light-Keksen beispielsweise häufig durch andere Kohlenhydrate ersetzt, damit diese ihr Volumen halten. Der Unterschied in punkto Kalorien zwischen normalen und Light-Keksen ist darum verschwindend gering. Weil Zucker zahlreichen Produkten auch Volumen gibt, ist der Ersatz durch Süßstoffe aus diesem Grund schwieriger.

Frage 6

Ist Fructose (un-)gesund?

Antwort

Nein, der normale Verzehr (30-60 Gramm pro Tag) von Fructose ist nicht ungesund.

Zucker besteht zu 50% aus Glucose und zu 50% aus Fructose. Darüber hinaus kommt er von Natur aus in Früchten und Honig vor sowie in geringeren Mengen auch in Gemüse. Er wird auch Fruchtzucker genannt. Fructose kann die Gesundheit bei einer überdurchschnittlich hohen Einnahmemenge (mehr als 20% der Gesamtenergiemenge aus unserer Nahrung aus Fructose besteht oder ± 100 Gramm pro Tag) negativ beeinflussen. Der Durchschnitts-Niederländer verzehrt 49 Gramm Fructose pro Tag.

Frage 7

Wie viel Zucker darf man essen?

Antwort

Der Gesundheitsrat der Niederlande (Nederlandse Gezondheidsraad) gibt keine spezifische Richtlinie bezüglich des Zuckerkonsums.

Der Gesundheitsrat (Gezondheidsraad), das unabhängige wissenschaftliche Beratungsorgan der niederländischen Regierung, rät, dass 40-70% der Energie aus unserer Nahrung aus Kohlenhydraten stammen sollte. Dabei wird nicht zwischen Zucker(n) und komplexen Kohlenhydraten (z.B. Stärke) unterschieden. Jedoch könnte Nahrung mit einer großen Menge zugesetztem Zucker zu wenig Vitamine und Mineralien enthalten. Studien zufolge ist die Wahrscheinlichkeit, zu wenige Vitamine und Mineralien aufzunehmen größer, wenn 20% (oder mehr) der Energiezufuhr aus zugesetztem Zucker erfolgt. Aus einer Studie des TNO, dem Institut für angewandte Technologieforschung der Niederlande, ging 2006 hervor, dass bei der Mehrheit der niederländischen Bevölkerung die Energiezufuhr mit der Nahrung zu weniger als 20% aus Zucker stammt. Die meisten Niederländer kommen mit Zusatzzuckermengen zwischen 10-15% der Energiezufuhr aus. Für die Entstehung von Karies spielt die Zuckermenge keine Rolle. Die Häufigkeit ist viel entscheidender. Darum wird geraten, nicht mehr als 7 Mal pro Tag (3 Hauptmahlzeiten, höchstens 4 Zwischenmahlzeiten) zu essen oder zu trinken.

Frage 8

Ist Zucker natürlich/unnatürlich?

Antwort

Zucker ist ein natürliches Produkt.

Die grünen Blätter der Zuckerrüben gewinnen Energie aus dem Sonnenlicht. Diese Energie wird in Form von Zucker in der Rübe gespeichert. Die Zuckerrübe besteht zu 17% aus Zucker, der  Rest ist Wasser und andere Stoffe. In der Zuckerfabrik wird die Rübe dann in Stücke geschnitten und gekocht. Der Rohsaft, der so entsteht, wird gesäubert, eingedickt, zentrifugiert und letztendlich getrocknet.

Frage 9

Ist Rohrzucker gesünder als weißer Zucker?

Antwort

Nein, Rohrzucker ist nicht (un-)gesünder als weißer Zucker.

Kristall-/Haushaltszucker wird sowohl aus Zuckerrohr als auch aus Zuckerrüben hergestellt. Bei Zuckerrohr befindet sich der Zucker (auch Saccharose genannt) im Rohr, bei Zuckerrüben in der Rübe. Weil die Saccharose an sich aus beiden Pflanzen identisch ist, gibt es keinen Unterschied im Nährwert sondern lediglich in der Form des Wachstums. Rohrzucker ist gewöhnlich dunkler als Rübenzucker, weil sich die Herstellungsweisen voneinander unterscheiden.  Rohrzucker wird nicht so lange zentrifugiert wie Rübenzucker, wodurch sich noch geringe Mengen dunkelbrauner (Melasse-) Sirup auf den Kristallen befinden.